St. Michael im Kampe

Garten St. Michael

Wir suchen eine Hausmeisterin/ einen Hausmeister (m/w/d)

Die Evangelisch-lutherische Kirchengemeinde St. Michael Hiddesen sucht zum nächstmöglichen Zeitpunkt
mit 7 Std. Regelarbeitszeit wöchentlich
(nach sechsmonatiger Probezeit unbefristete Anstellung)
eine Hausmeisterin/ einen Hausmeister (m/w/d)
Die Gemeinde:
• 1000 Gemeindemitglieder rund um St. Michael
• eine lebendige Gemeinde für alle Generationen
• ein großes Team von Haupt- und Ehrenamtlichen

Das Aufgabenfeld:
• Pflege der Außenanlagen einschließlich Rasenmähen und Heckenschnitt und Sorge für ein einladendes Umfeld unserer Kirche und des Gemeindehauses
• Organisation und Durchführung von zwei Gartenaktionstagen im Frühjahr und im Herbst
• Hausmeistertätigkeiten für die Gebäude
• Instandhaltungen, Wartungen und kleine Reparaturen
• Beaufsichtigung der Arbeiten von Fremdfirmen
• Einkäufe und Besorgungen

Unsere Erwartungen:
• ein freundliches Auftreten und Interesse an gemeindlicher Arbeit
• Freude an der Kommunikation und Organisation im Team
• die Bereitschaft zu Fort- und Weiterbildungen
• selbstständiges und eigenverantwortliches Arbeiten
• die Stelle ist ggf. auch für schwerbehinderte Menschen geeignet

Wir bieten:
• Vergütung gemäß Tarifvertrag der Lippischen Landeskirche
• Arbeiten in einem motivierten Team von ehren- und hauptamtlichen Mitarbeiter/innen
Bitte senden Sie Ihre Bewerbung mit den üblichen Unterlagen, gern auch per E-Mail an:
Ev.-luth. Gemeinde St. Michael im Kampe
Personalausschuss
Im Kampe 16
32760 Detmold
oder per E-Mail an: b.kruschke@stmichael-hiddesen.de

Freiheitsplatz

Der Krieg in der Ukraine – Einblicke vom östlichen Rand der Europäischen Union | Johannes Bent, Tallin

Liebe Mitglieder der Gemeinde St. Michael im Kampe,

wir alle sind entsetzt über den Krieg in Europa. Die Menschen im Baltikum, die nahe an der russischen Grenze leben, sind es in besonderem Maße. Als Gemeindemitglied, das seit einiger Zeit in der estnischen Hauptstadt Tallinn lebt, bin ich gefragt worden einen kleinen Einblick zu geben, wie man hier im Baltikum auf den Krieg in der Ukraine reagiert. Ich meine, dass die Perspektive unserer osteuropäischen Verbündeten uns als Europäer und Deutsche etwas angeht, und dass wir von ihr lernen können.
Auch wenn wir sie alle kennen, rufe ich noch einmal die Fakten in Erinnerung. Am Morgen des 24. Februars 2022 wurde die Welt von der Nachricht erschüttert, dass russische Militäreinheiten in die Ukraine eingedrungen waren. In einer offenbar zuvor aufgezeichneten Fernsehansprache sprach der russische Präsident Wladimir Putin euphemistisch von einer „speziellen Militäroperation“, die darauf abziele, die Ukraine zu „entmilitarisieren“, zu „entnazifizieren“ und zu „neutralisieren“. Was nach Wochen und Monaten der militärischen Eskalation an der ukrainischen Grenze durch die Konzentration russischen Militärs im Norden, Osten und auf der okkupierten Halbinsel Krim aber faktisch geschah, war eine vollumfängliche militärische Invasion der Ukraine zu Land, zu Wasser, und aus der Luft.

Freiheitsplatz

Freiheitsplatz

Hilfsgüter für die Ukraine

Hilfsgüter für die Ukraine

Tallin – Russische Botschaft

Tallin – Russische Botschaft

Im ersten Moment schien die ganze Welt sprachlos angesichts der Ungeheuerlichkeit der Tatsache des Krieges, angesichts der Dreistigkeit der Lügen, mit denen Putin seinen Einmarsch rechtfertigte. Die osteuropäischen Staaten aber, so scheint es mir, waren schneller wieder im Besitz ihrer Sprache und Handlungsfähigkeit als der Rest der Welt. Hier, an der Außengrenze der EU zu Russland, war man schon länger in Alarmbereitschaft und hatte die Zeichen der Zeit eher erkannt als anderswo.
Beinahe im Handumdrehen wurden in Tallinn Solidaritätskundgebungen organisiert. Der 24.02., der Tag des Angriffs, ist in Estland Nationalfeiertag in Erinnerung an den 24. Februar 1918, an dem sich Estland in den Wirren des Ersten Weltkrieges für unabhängig erklärt hatte. Estnische Nationalflaggen wehten an diesem 24. Februar neben ukrainischen. Die Feier der eigenen staatlichen Unabhängigkeit verband sich nahtlos mit dem vehementen Eintritt für die staatliche Souveränität und die territoriale Integrität der Ukraine. Am Samstag, dem 26.02., demonstrierten auf dem Tallinner Freiheitsplatz Zehntausende für die Ukraine. Man ist sich einig, dass dies die größte Demonstration in der neueren Geschichte Estlands ist. Vertreterinnen der großen ukrainischen Diaspora traten ans Mikrofon, ebenso der estnische Präsident. Die Botschaft war immer die gleiche – der russische Angriff auf die souveräne Ukraine ist ein Angriff auf uns alle, auf die freiheitlich-demokratische Lebensordnung durch einen gefährlichen Despoten, und es muss alles getan werden, um dem entgegenzutreten.
Ein Blick ins baltisch-ukrainische Facebook-Universum. In der Gruppe „Ukrainer in Estland“ treffen alle paar Sekunden auf Ukrainisch Information ein, dass sich ein Bus mit freiwilligen Kämpfern dann und dann von Tallinn oder Pärnu aus in die Ukraine aufmache, es seien noch Plätze frei. Im nächsten Post gibt es ein Video von einer zerstörten russischen Panzerkolonne, dann von einem zerbombten Wohnhaus in der Mitte von Kyiv oder Charkiv, gefolgt von einer Videoansprache des ukrainischen Präsidenten Volodymyr Zelenskyj, dann Bilder einer Mutter, die mit ihren Kindern unter Tränen ihre zerbombte Wohnung verlässt. Videos von russischen Kriegsgefangenen, häufig junge, verschüchtert wirkende Männer, die nach Dienstgrad, Einheit, Name und Wohnort gefragt werden. Von der Zivilbevölkerung, wie sie russischen Okkupanten entgegentreten und auf sie einreden (auf Russisch), dass sie nach Hause gehen sollen zu ihrer Familie, und dass hier kein Bedarf an „Befreiung“ bestehe. Von Ukrainerinnen und Ukrainern, die sich mit ihren Körpern gegen einen russischen Panzer stemmen. Immer wieder werden in diesen Foren auch Bilder gefallener Soldaten und ziviler Opfer gezeigt.
An der Universität Tallinn, an der ich arbeite, kommt es schnell zu offiziellen Solidaritätsbekundungen. Rasch formiert sich eine Studierendenvereinigung unter dem Namen „Students with Ukraine“, noch am Folgetag der Aggression wird ein Zoom-Meeting einberufen, werden Ideen gesammelt, am nächsten Tag bereits Hilfsgüter sortiert und an die ukrainische Grenze verschickt.
Busse mit Hilfsgütern fahren an die polnisch-ukrainische Grenze und kommen mit Flüchtlingen zurück. Die sozialen Medien sind voller Hilfsaufrufe, landesweit werden freiwillige Helfer und Unterkunftsmöglichkeiten für Geflüchtete gesucht, es wird zur Unterschrift und Weiterleitung von Petitionen and die EU, die NATO, die nationalen Regierungen aufgerufen.
Solidarität erfährt die Ukraine, Gott sei Dank, in der gesamten demokratisch regierten Welt – von den riesigen Demonstrationen, von Fußballclubs, die auf russische Sponsoren verzichten, über die unglaublich schnelle Organisation von Hilfsgütertransporten, die Einrichtung von Spendenhotlines für die ukrainische Armee, die Vorbereitungsmaßnahmen für das Eintreffen ukrainischer Flüchtlinge bis hin zu Supermärkten, die russische Produkte aus ihren Regalen entfernen. Und doch ist die moralische und praktische Solidarität hier im Baltikum – und ich möchte betonen: in anderen ehemaligen Ostblockstaaten wie etwa Polen und Rumänien – noch einmal stärker und entschlossener, der Eintritt für die Ukraine noch kompromissloser.
Hier im Baltikum ist der Krieg nicht nur durch die geographische Nähe zu Russland näher und präsenter. Hier hatte man die Tragweite der völkerrechtswidrigen russischen Annexion der Krim 2014 und des von Russland befeuerten Krieges in der Ostukraine viel schneller erkannt als im Westen und die drohende Gefahr einer weiteren russischen Aggression niemals aus den Augen verloren. Das liegt daran, dass im kollektiven Gedächtnis der litauischen, lettischen und estnischen Gesellschaften die Erfahrungen mit dem Großmachtstreben größerer und mächtigerer Nachbarn noch frisch sind. Dazu bedarf es eines kleinen historischen Exkurses.
Das Zusatzprotokoll zum Nicht-Angriffspakt zwischen Hitler und Stalin vom August 1939, das eine Aufteilung Ostmitteleuropas in eine deutsche und sowjetische Einflusssphäre regelte, ist weit weg für uns Deutsche. In den Erinnerungskulturen des Baltikums hingegen ist es ein wichtiger negativer Bezugspunkt der eigenen Geschichte. Das Baltikum wurde damals dem sowjetischen Einflussgebiet zugeschlagen, geriet aber mit dem deutschen Angriff auf die Sowjetunion 1941 unter deutsche Besatzung. Nach den Deportationen als „feindlich“ eingestufter „Elemente“ durch die Sowjets und nach der Ermordung der Juden durch die Deutschen wurde das Gebiet schließlich durch die Rote Armee zurückerobert. Doch die sowjetischen Befreier von der deutschen Okkupation blieben und wurden so selbst abermals zu Okkupanten. Die drei ehemals unabhängigen baltischen Staaten wurden zu Sowjetrepubliken, und auch nach dem Krieg rollten die sowjetischen Deportationszüge wieder. Am 23. August 1989, dem 50. Jahrestag des Hitler-Stalin-Paktes, formierte sich in der Atmosphäre der Gorbatschowschen Tauwetterpolitik eine Menschenkette durch die baltischen Hauptstädte Vilnius, Riga und Tallinn im Protest gegen die Okkupation. Bald darauf erlangten alle drei Staaten ihre Unabhängigkeit zurück, und die Sowjetunion zerfiel.
Alle drei Staaten sind inzwischen Teil der Europäischen Union. Sie sind es mit breiter Zustimmung der jeweiligen Bevölkerungen geworden, und mit ebenso breiter Zustimmung erfolgte die Aufnahme in das Verteidigungsbündnis der NATO. Aus Sicht dieser zahlenmäßig kleinen Gesellschaften – Litauen hat rund 2,8 Millionen, Lettland 1,9 Millionen, und Estland 1,3 Millionen Einwohner:innen – ist das Staatsräson: die Mitgliedschaft in der NATO bedeutet im Baltikum, an der Außengrenze der EU, einen Schutz gegenüber imperialen Ausdehnungsgelüsten des mächtigen östlichen Nachbarn. Nie wieder sollten militärisch überlegene Nachbarn einfach über das Schicksal der Litauer, Letten und Esten verfügen dürfen.
Auch die Ukraine hatte sich diesen Pfad der Westorientierung ab einem gewissen Zeitpunkt zum Vorbild genommen. Sie wollte dahin gelangen, wo die Ex-Sowjetrepubliken des Baltikums bereits angekommen waren. Wir erinnern uns, als der ukrainische Präsident Janukovyč das lang vorbereitete Assoziierungsabkommen mit der EU 2014 nach Druck aus Moskau nicht unterschrieb, gingen die Ukrainerinnen und Ukrainer auf die Straße. Der sog. Euromaidan aber rief Russland auf den Plan, das die Krim völkerrechtswidrig annektierte und die Separatistenbewegungen im Osten der Ukraine über Jahre hinweg militärisch und propagandistisch unterstützte.
Als ehemalige Opfer imperialistischer Aggressionen war man im Baltikum sensibilisiert für die Interessen der Ukraine und die Bedeutung ihres Überlebenskampes für ganz Europa. Und so blieb man auch in den Folgejahren der Aggression 2014, anders als in Westeuropa, in erhöhter Alarmbereitschaft, da die eigene Erinnerung an die imperialistische Großmachtpolitik anderer noch wach war und man den Preis der Freiheit kannte. Und so bereitete man sich auf das Schlimmste vor. Im Jahr 2015, als ich ein Jahr in Litauen verbrachte, gab die litauische Regierung Broschüren heraus, in denen Verhaltensratschläge für den Fall eines russischen Angriffs gegeben wurden. Man erinnerte sich an den antisowjetischen Kampf der sog. „Waldbrüder“, antisowjetischer Partisanen, die sich mitunter bis in die 1970er Jahre hinein im Wald versteckten und die sowjetischen Machthaber sabotierten. In den Wochenendseminaren an der Universität Vilnius, wo ich studierte, fehlten auf einmal Leute, da sie sich als Freiwillige einer militärischen Grundausbildung unterzogen. Die Angst, trotz NATO-Mitgliedschaft ebenfalls Opfer einer russischen Aggression zu werden, war von Litauen bis Estland überall zu spüren. Die konkrete Befürchtung war und ist, dass Putin im Baltikum einen Vorwand inszenieren würde, um dann den „Schutz“ der russischsprachigen Minderheiten vor allem in Lettland und Estland zum Vorwand für eine Aggression machen würde.
Deutschland kam aus Sicht des Baltikums in Sachen Sicherheit der östlichen NATO-Staaten eine Schlüsselrolle zu. Zwar sah man, dass es auch in Deutschland 2014 selbstverständlich Solidarität mit der Ukraine gab und auch die Warnungen der osteuropäischen NATO-Mitgliedstaaten vor weiteren Grenzverletzungen durch ein revisionistisch auftretendes Russland gehört wurden. Doch, zum Entsetzen unserer osteuropäischen EU-Partner, gab es auch eine mächtige Liga der sog. „Putin-Versteher“. Im Baltikum schüttelte man den Kopf über den Einfluss der Position, man müsse auf die russischen „Sicherheitsinteressen“ Rücksicht nehmen, denen die Osterweiterung der NATO angeblich entgegenstand. Diese Positionen stießen an der östlichen Außengrenze der EU auf großes Unverständnis: deutsches Verständnis für eine völkerrechtswidrige Annexion und für Putins revisionistische Rhetorik („die Krim war schon immer russisch“)? Verständnis für Argumente, die Hitlers Politik der Annexion des Sudetenlandes und des „Anschlusses“ Österreichs im Vorfeld des Zweiten Weltkrieges legitimiert hatten? Mehr deutsches Verständnis für russische Sicherheitsinteressen gegenüber einem Defensivbündnis als für die Sicherheitsinteressen eigenständiger demokratischer Staaten gegenüber einem offen imperialistischen Russland? Das alles erinnerte stark an 1939. Denn auch damals sprachen Deutschland und die Sowjetunion über die Köpfe der Betroffenen – der Balten, Polen, Ukrainer, Belarussen, Rumänen etc. – hinweg.
Man sah mit Befremden, wie Deutschland gegenüber Putin oftmals Milde walten ließ unter Berufung auf die – natürlich tatsächlich bestehende – „historische Verantwortung“ gegenüber Russland angesichts der von den Deutschen im 2. Weltkrieg begangenen Gräuel. Aber was war mit der deutschen Verantwortung gegenüber anderen Opfergruppen? Spätestens jetzt rächte sich die falsche Gleichsetzung von „Russland“, dem Rechtsnachfolger der Sowjetunion, und der historischen „Sowjetunion“ im deutschen Diskurs, was ebenso zu einer Gleichsetzung „sowjetischer“ und „russischer“ Opfer des deutschen Vernichtungsfeldzuges im Osten überhaupt geführt hatte. Aber nicht alle sowjetischen Opfer waren Russen. So geriet die Anerkennung des Leides der Belarussen, der Ukrainer, der Litauer, Letten und vieler anderer unter nationalsozialistischer Besatzung in Deutschland aus dem Blickfeld, und damit ebenso die daraus folgende Verantwortung Deutschlands auch für die Nachfahren dieser Opfer.
Diese Unterrepräsentanz der Leiden anderer Nationen und Volksgruppen in der deutschen Erinnerungskultur ist auch in Deutschland selbst angekreidet worden. Im Zuge der Ukrainekrise wurde darauf aufmerksam gemacht, dass insbesondere die Territorien der ehemaligen ukrainischen Sowjetrepublik zu denjenigen gehörten, die der amerikanische Historiker Timothy Snyder als „bloodlands“ bezeichnet hat. Denn hier kreuzten sich im 20. Jahrhundert zwei unheilvolle imperiale Projekte – das der Nazis, die ihren Eroberungs- und Vernichtungsfeldzug mit der Gewinnung von „Lebensraum im Osten“ und insbesondere der „ukrainischen Kornkammer“ begründeten, und das sowjetische Projekt Stalins. Und so wurde die Ukraine nach der künstlich von Stalin Anfang der 1930er Jahre heraufbeschworenen Hungersnot, in der Ukraine als „Hungertod“ (Holodomor) erinnert, im Zuge des deutschen Angriffs auf die Sowjetunion 1941 auch noch zur Stätte des Holocausts und der Vernichtungspolitik gegenüber „slawischen Untermenschen“, was Millionen Menschen das Leben kostete.
All dies aber wurde in Deutschland, wenn man Milde gegenüber Putin mit der „historischen Verantwortung gegenüber Russland“ begründete, oftmals nicht mitgedacht. Es ist für die Balten wie auch Ukrainer, Belarussen etc. aber ungemein wichtig, dass wir in Deutschland diese Geschichten kennen und diese Zusammenhänge besser verstehen. Deutschland hat, das ist die Botschaft, nicht nur historisch begründete Verantwortung gegenüber den Russen, sondern ebenso gegenüber den Ukrainern, Belarussen, Letten, Litauern und Esten, und natürlich in besonderem Maße gegenüber den jüdischen Nachfahren der Opfer der Shoah. Und diese Verantwortung wird heute insbesondere in Fragen der Sicherheit eingefordert.
Daher wird in diesen Tagen die außenpolitische Kehrtwende der Bundesregierung nach dem Angriffskrieg auf die Ukraine hier als längst überfällig begrüßt, und man nimmt es mit Erleichterung auf, dass Deutschland nicht, wie etwa von Friedrich Merz befürchtet, zum „Bremser“ einer entschlossenen westlichen Antwort auf die russische Aggression geworden ist, sondern die Sanktionen mitträgt. Die erklärte Absicht, die Bundeswehr wieder verteidigungsbereit zu machen, und die demonstrative Bekräftigung der eigenen Verantwortung im Rahmen der NATO, etwa die Entscheidung, weitere deutsche Soldaten in Litauen zu stationieren, wird hier sehr positiv bewertet. Denn das sind die Signale der Solidarität mit den östlichen Partnern, die man sich hier wünscht.
Niemand weiß, wie dieser Krieg ausgehen wird. Aber erlauben Sie mir zum Schluss noch eine persönliche Einschätzung. Putin hat das Gegenteil dessen erreicht, was er wollte: weder ist es ihm gelungen, den durch seine Aggression fester denn je zusammenstehenden „Westen“ nach alter Manier zu spalten, noch nimmt ihm die Weltöffentlichkeit länger seine aberwitzigen Lügen ab, noch wird er sein Ziel erreichen, den selbstgewählten europäischen Kurs der Ukraine mit Gewalt zu verhindern. Denn darum geht es ihm: es darf keinen erfolgreichen, modernen, nicht despotisch regierten und sich erfolgreich europäisierenden post-sowjetischen ukrainischen Nachbarstaat geben. Dieses Vorbild würde das autokratische System Putin mitsamt dem Reformstau, der versäumten Modernisierung der Wirtschaft und der Unterdrückung der demokratischen Opposition nach innen restlos delegitimieren. Das ist Putins größte Angst. Und so kommt es zu dem grotesken Schauspiel, dass er dem demokratisch gewählten ukrainischen Präsidenten mit jüdischen Wurzeln und russischer Muttersprache vorwirft, ein „drogenabhängiger“ „Faschist“ zu sein, der einen „Genozid“ an ethnischen Russen in der Ukraine ausübe, weshalb die Ukraine „entmilitarisiert“ und „denazifiziert“ werden müsse – während wir die Nachricht erhalten, die Gedenkstätte Babyn Jar, eine Schaustätte des Holocausts in der Ukraine, sei von der russischen Aggression betroffen.
Putins Taktik, innenpolitische Legitimation durch imperialistisches Großmachtstreben nach außen zu kompensieren, kann und darf nicht aufgehen. Die Ukrainerinnen und Ukrainer ringen uns in diesem existenziellen Kampf für ihre Unabhängigkeit den allerhöchsten Respekt für ihren Mut und ihre Tapferkeit ab. Es ist keine floskelhafte Theatralik in der Auffassung, dass in der Ukraine die Freiheit Europas verteidigt wird. Das haben die Menschen am östlichen Rand der EU, deren Perspektive ich hier zu schildern versuche, früher verstanden, und umso wichtiger ist es, dass wir in Deutschland zuhören und helfen. „Denn Mitschuld trägt, wer unter Sündern schweigt.“ (Mihály Babits)

Wie kann man die Ukraine unterstützen?
Es gibt eine Zusammenstellung der Möglichkeiten für humanitäre Hilfe auf der liberalen Plattform „Ukraine verstehen“:
https://ukraineverstehen.de/unterstuetzung-fuer-die-ukraine/

Zum Anbieten von Unterkünften:
https://unterkunft-ukraine.de/?fbclid=IwAR1boUVf61zCoByjV5FD6bDQLroREi83QQWCpTzYcracFKVoujuNV4T5qO8

Über den Verein „Ukraine-Hilfe Berlin e.V.“ kann man Geld spenden, und es gibt eine aktualisierte Liste benötigter Sachspenden:
https://www.ukraine-hilfe-berlin.de/mithelfen/

Auf der Webseite „standforukraine.com“ wird eine Vielzahl von Spendenmöglichkeiten aufgezählt:
https://standforukraine.com/

Spenden kann man auch über die Seite des Ukrainischen Roten Kreuzes:
https://redcross.org.ua/

Lokal gibt es eine Seite des Kreises Lippe mit Informationen dazu, wie man helfen kann:
https://www.kreis-lippe.de/kreis-lippe/aktuelles/ukraine-aktuelle-lage.php

Aus ARD und ZDF bekannt sind zudem “Bündnis Entwicklung Hilft” und “Aktion Deutschland Hilft”:
“Bündnis Entwicklung Hilft” und “Aktion Deutschland Hilft”
BEH und ADH
IBAN: DE53 200 400 600 200 400 600
BIC: COBADEFFXXX
Commerzbank
Stichwort: ARD/ Nothilfe Ukraine
www.spendenkonto-nothilfe.de

Der Krieg in der Ukraine – Einblicke vom östlichen Rand der Europäischen Union

Johannes Bent, Tallin

Weltgebetstag 2022 – Hiddesen

Weltgebetstag in Hiddesen

Zukunftsplan: Hoffnung
Zum Weltgebetstag 2022 aus England, Wales und Nordirland

Weltweit blicken Menschen mit Verunsicherung und Angst in die Zukunft. Die Corona-Pandemie verschärfte Armut und Ungleichheit. Zugleich erschütterte sie das Gefühl vermeintlicher Sicherheit in den reichen Industriestaaten. Als Christ*innen jedoch glauben wir an die Rettung dieser Welt, nicht an ihren Untergang! Der Bibeltext Jeremia 29,14 des Weltgebetstags 2022 ist ganz klar: „Ich werde euer Schicksal zum Guten wenden…“

Am Freitag, den 4. März 2022, feiern Menschen in über 150 Ländern der Erde den Weltgebetstag der Frauen aus England, Wales und Nordirland. Unter dem Motto „Zukunftsplan: Hoffnung“ laden sie ein, den Spuren der Hoffnung nachzugehen. Sie erzählen uns von ihrem stolzen Land mit seiner bewegten Geschichte und der multiethnischen, -kulturellen und -religiösen Gesellschaft.

Bei allen Gemeinsamkeiten hat jedes der drei Länder des Vereinigten Königreichs seinen ganz eigenen Charakter: England ist mit 130.000 km² der größte und am dichtesten besiedelte Teil des Königreichs – mit über 55 Millionen Menschen leben dort etwa 85% der Gesamtbevölkerung. Seine Hauptstadt London ist wirtschaftliches Zentrum sowie internationale Szene-Metropole für Mode und Musik. Die Waliser*innen sind stolze Menschen, die sich ihre keltische Sprache und Identität bewahrt haben. Von der Schließung der Kohleminen in den 1980er Jahren hat sich Wales wirtschaftlich bisher nicht erholt. Grüne Wiesen, unberührte Moorlandschaften, steile Klippen und einsame Buchten sind typisch für Nordirland. Jahrzehntelange gewaltsame Konflikte zwischen den protestantischen Unionisten und den katholischen Republikanern haben bis heute tiefe Wunden hinterlassen.

Über Länder- und Konfessionsgrenzen hinweg engagieren sich Frauen für den Weltgebetstag. Seit über 100 Jahren macht die Bewegung sich stark für die Rechte von Frauen und Mädchen in Kirche und Gesellschaft. Rund um den 4. März 2022 werden allein in Deutschland hundertausende Frauen, Männer, Jugendliche und Kinder die Gottesdienste und Veranstaltungen zum Weltgebetstag besuchen.

In Hiddesen werden wir in diesem Jahr keinen Präsenz-Gottesdienst feiern. Das WGT Team aus unseren drei Hiddeser Kirchengemeinden hat aber folgendes überlegt:

Am Freitag, den 4. März, wird die lutherische Kirche St. Michael Im Kampe in der Zeit von 15 bis 17 Uhr geöffnet sein. Wir zeigen Bilder aus England, Wales und Nordirland, geben einige Informationen zum Land und zur Situation der Frauen und hören die Weltgebetstagslieder.
Herzlich willkommen zu einem Besuch in unserer Kirche unter der Berücksichtigung der Maskenpflicht und der 2G-Regelung.

Am Freitagabend wird um 19 Uhr ein Gottesdienst im Fernsehen auf BibelTV gesendet, der am Samstag um 14 Uhr und am Sonntag um 11 Uhr wiederholt wird.

Ein Präsenz-Gottesdienst findet ebenfalls um 19 Uhr in der Martin-Luther-Kirche in Detmold statt.

Auch wenn wir uns in diesem Jahr wieder nicht persönlich treffen können beim Frauenfrühstück, im Gottesdienst oder dem gemütlichen Beisammensein danach, só sind wir doch miteinander verbunden durch den Geist des Weltgebetstags hier in Hiddesen und weltweit.

WGT Team Hiddesen

Ökumenische Passionsandachten in Detmold

In diesem Jahr soll es in Detmold in der Zeit auf Ostern zu wieder Passionsandachten geben.
Sie finden ab Mittwoch, 9. März 2022, jeweils wöchentlich mittwochs um 19:00 Uhr in unserer Martin-Luther-Kirche statt und werden von Pastorinnen und Pastoren verschiedener Detmolder Gemeinden gemeinsam gestaltet. Im Mittelpunkt steht dabei Jesu Weg ans Kreuz, wie er in Texten des Johannesevangeliums dargestellt wird.

Der Auftakt der vorösterlichen Fasten- und Passionszeit soll am Aschermittwoch, 2. März 2022, um 19:00 Uhr wieder mit einem Gottesdienst in der katholischen Kirche Heilig Kreuz am Schubertplatz begangen werden. Zum Empfang des Aschekreuzes, dem alten christlichen Zeichen der Besinnung und Umkehr, sind auch evangelische Christen eingeladen. Pfarrer Frank Erichsmeier wirkt bei der Zeichenhandlung mit.

Frank Erichsmeier

02. März 2022, 19:00 Uhr 

Gottesdienst zum Aschermittwoch in der kath. Kirche Heilig Kreuz

09. März 2022, 19:00 Uhr

„Gesalbt und bejubelt“ 

Passionsandacht Martin-Luther-Kirche 

Pfrn. Willwacher-Bahr, Pfr. Jacobs

16. März 2022, 19:00 Uhr

„Zwei Beispiele“ 

Passionsandacht Martin-Luther-Kirche 

Pfr. Kirchhof, Pastoralassistent Sonderkamp

23. März 2022, 19:00 Uhr 

„Verraten und gefangen“

Passionsandacht Martin-Luther-Kirche 

Pfr. Krebber, Pfrn. Wehrmann

30. März 2022, 19:00 Uhr 

„Zwei Richter“

Passionsandacht Martin-Luther-Kirche 

Pfr. Erichsmeier, Vikar Wäschenbach

06. April 2022, 19:00 Uhr 

„Verspottet und vollbracht“

Passionsandacht Martin-Luther-Kirche 

Pfr. Fleck, Pfrn. Lesemann

 

Es gelten die 2G-Regeln.

Sternsinger: Lasst uns die Welt verändern

Sternsingeraktion in St. Michael

Auch in diesem Jahr machen sich in Hiddesen keine Sternsingergruppen auf den Weg. Aber “Segen bringen – Segen sein” ist coronakonform und ökumenisch dennoch möglich:
Am 6. Januar, dem “Dreikönigstag”, gibt es in Hiddesen an drei Stellen Segensaufkleber abzuholen und Spenden in bar abzugeben. Für eine kleine Segensfeier zu Hause liegt auch der übliche Segenstext der Hiddeser Sternsinger aus:
– bei Familie Schnier, Am Geeren 2a, unter dem Carport von 10 bis 18 Uhr
– im Büro der Ref. Gemeinde, Akazienstraße 3 von 10 bis 12 Uhr
– in der St. Stephanuskirche, Aufkleber und Segenstext von 9-17 Uhr, Barspenden von 15-16 Uhr abzugeben, auch noch möglich beim Gottesdienst am 9. Januar um 9.30 Uhr.
Am Samstag, dem 8. Januar, betreuen MitarbeiterInnen von 9 bis 14 Uhr eine “Sternsingerhaltestelle” vor dem Combi-Markt in Hiddesen mit Segensaufklebern und Spendendose.
Die einfachste Möglichkeit für alle, die Sternsingeraktion zu unterstützen, ist eine Überweisung direkt auf das Sternsingerkonto:
Kindermissionswerk ‘Die Sternsinger’ e.V.
IBAN: DE 95 3706 0193 0000 0010 31 – Pax-Bank eG
oder hier: https://www.sternsinger.de/sternsingen/digitaler-besuch-2022/spende/ Ab 50 Euro Spendenquittung direkt vom Sternsingerwerk.

Und für alle, die sich – vielleicht in der Familie gemeinsam – den neuen Sternsingerfilm von Willi (will’s wissen) zum diesjährigen Motto “Gesund werden, Gesund sein – ein Kinderrecht weltweit” anschauen möchten:
https://www.sternsinger.de/sternsingen/sternsinger-material/sternsinger-film-unterwegs-fuer-die-sternsinger/#c5747 (Film in 12 min und 25 min Fassung)

Weihnachtsbaum St. Michael

Heiligabend in St. Michael

Am Heiligen Abend gibt es in St. Michael drei Gottesdienste.

Um 14:30 Uhr ist die erste Christvesper, um 17:00 Uhr die zweite Christvesper und um 23:00 Uhr feiern wir die Christnacht.
Für alle Gottesdienste gelten die 2-G-Regeln und in der Kirche ist das Tragen mindestens einer medizinischen Maske verpflichtend.
Um Gedränge zu vermeiden, bitte wir hier um Anmeldung für die Gottesdienste.

Bitte beachten Sie, dass für eine Teilnahme die 2-G-Regel gilt. Bei der 2G-Regel haben nur geimpfte oder genesene Personen Zutritt. Als Nachweis muss entweder ein gültiges Impfzertifikat oder Genesenenzertifikat vorgelegt werden. Kinder und Jugendliche sind bis einschließlich dem 15. Lebensjahr unabhängig von einer Impfung oder Genesung geimpften oder genesenen Personen gleichgestellt.
In der Kirche ist das Tragen einer medizinischen Mund-Nase-Maske erforderlich. Masken schützen Sie selbst und Ihre Mitmenschen vor einer Corona-Infektion.

Der Kirchenvorstand hat sich zu dieser Regelung entschlossen, weil ein Ausschluss von Menschen zurzeit leider unvermeidlich ist. Wenn wir die 2G-Regel anwenden, schließen wir ungeimpfte Personen vom Gottesdienstbesuch aus. Wenden wir die 3G-Regel an, schließen wir Geimpfte aus, die für sich entschieden haben, dass sie keine Veranstaltungen besuchen, an denen auch nicht geimpfte Personen teilnehmen können. Außerdem sind die einzuhaltenden Abstände bei einer 3G-Regel so groß, dass nur wenige Menschen den Gottesdienst in unserer Kirche feiern können.

Weihnachtsoratorium von Saint-Saëns

Verschoben: Weihnachtsoratorium von Saint-Saëns

Das Konzert für den 27. November hat der Kirchenvorstand schweren Herzens, aber mit Rücksicht auf den Schutz der Gesundheit aller Teilnehmenden verschoben.

Ein neuer Termin steht noch nicht fsst. Er wird weitgehend von der Corona-Entwicklung und der Reaktion der Mitwirkenden abhängen.

Karten können im Gemeindebüro bei Erstattung des Kaufpreises zurückgegeben werden.

Online gekaufte Karten werden voraussichtlich ohline storniert, ohne dass Sie etwas veranlassen müssen.

Die zugehörigen Proben fallen bis auf Weiteres aus.

 

Am Samstag, dem 27. November 2021 findet in der ev.-luth. Kirche St. Michael im Kampe in Hid-desen ein Konzert statt, das der MichaelisChor unter der Leitung von Annette Schmidt-Höngen zu-sammen mit dem Jugendchor VoiceKamp (Einstudierung: Max Jenkins) durchführt. Zur Aufführung kommt das „Orarotio de noël“ (Weihnachtsoratorium) für Soli, Chor, Harfe, Streicher und Orgel des französischen Romantikers Camille Saint-Saëns (1835-1921).

Als Solisten wirken Myriam Anna Dewald (Sopran), Pia Viola Buchert (Mezzosopran), Claudia Bur-kard (Alt), Lennart Hoyer (Tenor) und Gottfried Meyer (Bass) sowie Jenny Meyer (Harfe) und Mi-chael Schmidt (Orgel) mit. Es spielt das Kammerorchester „La réjouissance“ (Konzertmeister: Gregor van den Boom). Die Konzertveranstaltung beginnt um 19.30 Uhr.

Neben dem beliebten Weihnachtsoratorium von Saint-Saëns erklingen mehrere nicht minder populäre Christmas Carols für Chor und Orchester. Diese englischen Weihnachtslieder wie „Hark! The Herald Angels sing“ oder „O come, all ye faithful“ werden in Arrangements von Gustav Holst und David Willcocks aufgeführt.

Darüber hinaus stehen solistische Werke für Sopran, Mezzosopran und Harfe von John Rutter (An-gels‘ Carol) und Adolphe Adam auf dem Programm. Mit den „Variations pastorales sur un vieux noël“ (Variationen über ein altes Weihnachtslied) für Harfe von Marcel Samuel-Rousseau kommt die klangliche Vielfalt des Instruments, gespielt von der mit zahlreichen Preisen ausgezeichneten Harfe-nistin Jenny Meyer, zu voller Entfaltung.

Karten für das Konzert sind im Vorverkauf ab dem 15. November im Gemeindebüro (Im Kampe 16, Öffnungszeiten: Montag, Dienstag von 10 -12 Uhr, Donnerstag von 16 -18 Uhr, Tel. 878054, E-Mail: gemeindebuero@stmichael-hiddesen.de), bei Tintenklecks (Friedrich-Ebert-Straße 113, 32760 Detmold), tickets.stmichael-hiddesen.de, sowie an der Abendkasse erhältlich

St. Michael im Kampe